Apr 01 2009
Holzterrasse auf begehbarem Carport
Holzterrasse auf begehbarem Carport für bestehende Konstruktionen oder für Neubauten. Günstige Alternativen und einfache Beispiele für eine Wohnraumerweiterung.

Ein Carport ist ja Grundsätzlich einmal nicht begehbar. Das ist natürlich schade, denn es gibt nichts schöneres als eine Wohnraumerweiterung unter dem freien Sommerhimmel. Ein Carport mit Flachdach, welches in den meisten Fällen an das Wohngebäude anschließt, würde sich geradezu anbieten als Holzterrasse genutzt zu werden. Mit der richtigen Abdichtung, einer guten und einfachen und günstigen Konstruktion und schönen Terrassendielen steht einer großzügigen Holzterrasse nichts mehr im Wege.
Vorraussetzung ist allerdings, das man einen bestehenden Zugang zu der Dachfläche hat und das die bestehende Konstruktion die zusätzlichen Verkehrslasten, also die Menschen tragen kann oder bei einem Neubau diese Bedingungen erfüllen muss. Ist dies gegeben, muss man die bestehende Konstruktion analysieren. Diese kann sehr unterschiedlich und es würde zu weit führen jede Eventualität aufzuzeigen. Deswegen versuchen wir Grundlegende Prinzipien aufzuzeigen, wie man seine Holzterrasse auf einer bestehenden Tragkonstruktion installieren kann.

1. Abschlussbrett zur evtl. Aufnahme der Spenglerarbeiten
2. Terrasendielen, beispielsweise aus Tropenholz wie Bankirai oder Garapa
3. Unterkonstruktion für Terrassendielen > Holzbalken 6/10 cm je nach Abstand
4. Waschbetonplatten als Auflager für Holzbalken > Wasserbeständig
5. Abdichtung als Wasserführende Schicht > z.B. Dachpappe
6. Holzplatten als aussteifende Schicht > Vollflächig und kraftschlüssig verlegt
7. Sekundärträger > Trag Konstruktion des Carport
8. Primärträger > Trag Konstruktion des Carport
9. Anschluss des Geländers für die Holzterrasse
In oben gezeigter Skizze sehen wir den denkbar einfachsten Schichtaufbau für eine Holzterrasse in diesem speziellen Fall. Hauptsächlich unterscheiden wir zwischen Primärer Trag Konstruktion und Sekundärer Trag Konstruktion. Diese werden durch eine Lage Holzwerkstoff, das können Holzplatten oder Holzbretter (Punkt 6) sein, in horizontaler Richtung ausgesteift. Gleichzeitig bildet es die Grundlage für unsere Abdichtung (Punkt 5), in diesem Fall Dachpappe in zweifacher Verlegung. Das hat den Sinn, dass unsere Trag Konstruktion vor Wasser geschützt ist.
Als Auflager für die Unterkonstruktion der Terrassendielen können wir ganz normale Waschbetonplatten benutzen, die wir in jedem Baumarkt oder Baustoffhandel kaufen können. Sie sind Wasserbeständig, eben und günstig. In anderen Beispielen für eine Holzterrasse werden wieder mit diesen Platten zu tun haben. Mit Hilfe von kleinen Shifthölzern, sie können auch aus Kunststoff sein, legen wir die die Unterkonstruktion der Terrassendielen waagerecht in einem Abstand von ca. 60 cm auf die Waschbetonplatten. Wichtig ist das sämtliche Holzbalken auf einem Niveau sind. Mit Hilfe einer langen Wasserwage (2m) können wir jeweils drei Holzbalken in Waage bringen. Für den nächsten Holzbalken benützen wir die zwei bereits nivellierten Holzbalken als Maßstab.
Ist diese Arbeit getan, müssen wir nur noch die Terrassendielen ablängen und mit Hilfe von Rostfreien Schrauben auf der Unterkonstruktion befestigen. Die Holzterrasse ist fast fertig! Es macht absolut Sinn, die Löcher für die Schrauben vorzubohren und ein gescheites Mass für die Terrassendielen zu finden, so dass möglichst wenig Verschnitt anfällt. Tropenholz ist teuer und bei dem Bau einer Holzterrasse braucht man evtl. viel Tropenholz! Eine Überschneidung der Fugen an den Stirnseiten der Terrassendielen ist ebenfalls sinnvoll, da so eine höhere Stabilität gewährleistet wird. Dass heißt, man sollte die erste Reihe verlegen und die zweite Reihe so, dass die Enden der Dielen auf einem anderen, dem nächsten Holzbalken der Unterkonstruktion aufliegen. Ebenso wichtig ist eine Fuge von ca. 5 mm auf der Längsseite der Terrassendielen zu lassen, da unsere Dielen nicht die Wasserführende Schicht ist und eine gute Durchlüftung nach einem Regen gewährleistet ist. Unsere Wasserführende Schicht haben wir ja mit der Abdichtung unter den Waschbetonplatten.
2 Kommentare

Das ist ja auch mal eine interessante Variante eines Carports. Bisher waren mir nur die Bepflanzung und das “normale” Carport -Dach bekannt. Gibt es diesen Aufbau denn auch als Doppelcarport?
Jegliche Variation und Grösse ist möglich. Es ist alles nur eine Frage des Aufwandes. Steht er in Relation zum Mehrwert den man dadurch ggfs. erreicht? Oder nicht?